Gelsenkirchen
mt_ignoreKategorie: offener, einphasiger Realisierungswettbewerb
Ort:
Gelsenkirchen, Deutschland
Kooperation:
DI D. Scheuch - YESDESIGN Landscapes
Auszeichnung: Preisträger, Anerkennungspreis

 

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URBAN MACRO

Im städtebaulichen Zusammenhang verlinken die zwei Hauptkirchen Gelsenkirchens die wichtigen Bezugsachsen Ebert- und Bahnstraße. An der Knickstelle überlagern sich diese zwei Richtungen zur neu geschaffenen Platzeinheit Heinrich-König-Platz und Neumarkt. Aus der urbanen Makroebene generiert sich ein von den StadtbewohnerInnen gut wahrnehmbarer urbaner Raster, der leitet, markiert und viele Funktionen ermöglicht. Als Urban Grid entwickelt er sich bis hin zum charakteristischen Plattenbelag, der einerseits das Gesamtobjekt als Ganzes strukturiert und andererseits Bereiche mit unterschiedlichen Qualitäten und Bedeutungen schafft.



ENTWICKLUNG EINER URBANEN PARTITUR

Zwei städtische Bewegungs- und Raumrichtungen spannen ein rasterförmiges Netz über den gesamten Platzbereich auf. Das ist die Grundstruktur. Die Richtungen Ebertstraße - Ahrstraße und Ebertstraße - Bahnstraße verweben sich im Bereich Heinrich-König-Platz zu einem markanten, offenen Mittelpunkt. Aus beiden Richtungen leiten bandförmige Raumlinien zu den Abgängen der U-Bahn-Station und auf den Platz. Hier kreuzen sich die Raumlinien, die Richtungen lösen sich zugunsten einer Platzfläche auf und schaffen einen Treffpunkt inmitten der Stadt, offen für Veranstaltungen, Märkte, vielfältiges Stadtleben.

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DYNAMIK IM  PLATTENBELAG


Die Fugenteilung über den gesamten Platzbereich folgt den zwei Hauptrichtungen. Verstärkt werden diese durch als Raumlinien wahrnehmbare Bänder mit schmäleren Platten. Diese stabilisieren auch den gesamten Verband. Im zentralen Bereich des Heinrich-König-Platzes bis zum Neumarkt schaffen Parallelogrammplatten ein einheitliches, elegantes, fugenbetontes Erlebnis. In ihrer Dynamik erzeugen sich ein unverwechselbares, städtisches Element. In den Randbereichen am Neumarkt und der Ahrstraße dominieren großformatige Platten im Läuferverband, der die Richtungen aufnimmt und variiert. Mit der Annäherung und Aufweitung der Bänder verdichten und öffnen sich Räume, entstehen Ortsbezüge und unverkennbare Augenblicke in der Stadt.

DER PLATZ ALS BÜHNE IM GEBRAUCH

Viele Funktionen sollen in Zukunft Platz finden. Elemente der Möblierung versorgen den offenen, bespielbaren Platz mit in den Urban Grid integrierten Freiraumelementen. Unterschiedliche Sequenzen von Streuung und Konzentration möblieren den gesamten Platz und versorgen ihn mit Bodensteckdosen, Sitzbänken, Bodeneinbauleuchen, Lichtstelen sowie räumlich wirksamen Pollern, die auch in der Nacht wahrnehmbar sind. Das Element Stahl taucht hier als dezenter Hinweis auf die Tradition der Stahlstadt auf. Das bestehende Corporate Design wird leicht modifiziert und ergänzt. Die Sitzbänke am Platz erweitern sich um das Spektrum einer urbanen Chaiselongue, die von beiden Seiten besetzbar ist und vielfältige Begegnungen im Stadtzentrum fördert.

DIE GÄRTEN DER ZUKUNFT ERNTEN

Verstärkt räumlich wahrnehmbare Vertikalelemente wie die U-Bahn-Abgänge, Lüftungsbauwerke und die Baumpflanzungen durchdringen die urbane Bühne. Sie führen die erfolgreiche Tradition der Stahlstadt fort und präsentieren die Stadt Gelsenkirchen als Stadt der Zukunft, die sich auf Nachhaltigkeit und Ökologie besinnt. Als Gärten der Technik ernten Photovoltaikanlagen an den U-Bahn-Abgängen und formgeschittene Platanen die Erfolge der Stadt der Sonne.

 

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